Im Sturzflug auf einen Podiumsplatz

An diesem Wochenende standen die letzten Deutschen Meisterschaften des Jahres an.  Im Darmstädter Bürgerpark wurden die deutschen Meistertitel im Crosslauf vergeben.  Am Sonntag, dem zweiten Tag der Cross-DM, waren bei Dauerregen im Masters-Rennen über 4,5 Kilometer die meisten Altersklassen mit 142 Athletinnen und Athleten am Start, denn auf dieser Distanz ging es in den Wertungen M65 bis M90 und W50 bis W90 um die Titel.

Durch die Vorläufe des ersten Tages und den Dauerregen wurde das Wiesengelände am Sonntag noch matschiger und tiefer, sodass der Faktor Kraftausdauer zunehmend entscheidender wurde. Ulrike Wefers-Fritz musste sich in der W55 gegen 18 hochkarätige Konkurrentinnen behaupten.

Ulrike kam der Regen gelegen, sie mag unrunde Strecken – je mehr Matsch, desto besser.  Die Strecke war hart zu laufen und mit vielen Haarnadelkurven übersät, die 15 mm Spikes erforderten, um nicht wegzurutschen und zu stürzen. Tiefe Sandlöcher machten den Parcours sehr anspruchsvoll. 

Ulrike hatte sich von Beginn an sehr gut gefühlt. Sie lief von Anfang an sehr kontrolliert und konnte bis zum Schluss gut durchziehen. In der zweiten von drei Runden forcierte Ulrike das Tempo und konnte so als Zweitplatzierte ihrer AK den Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen von vier auf sieben Sekunden ausbauen. Dann blieb sie am letzten Hindernis 200 m vor dem Ziel hängen und stürzte in den Morast. Hinfallen ist im Crosslauf keine Schande, nur liegen bleiben. „Aufrappeln, Krönchen richten und weiterlaufen“ hieß jetzt die Devise, aber da war die Verfolgerin schon an ihr vorbeigezogen. Mit letzter Willenskraft kämpfte sich Ulrike derangiert ins Ziel und sicherte sich so „im Sturzflug“ einen Podiumsplatz mit der Bronzemedaille.