Ulrike Wefers-Fritz – sie ist wieder da!

Der Jahreswechsel und der Einstieg in die AK 60 verlief für Ulrike enttäuschend. Eine hochschmerzhafte Knieverletzung (Pes anserinus Syndrom) machten einen geplanten Start beim Silvesterlauf und ein Lauftraining im Januar unmöglich. Notgedrungen nutzte sie die Wochen für ein strukturiertes Alternativtraining, um den Verlust von Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer in Grenzen zu halten. Nach siebenwöchiger Wettkampfpause stellte sich Ulrike mit gemischten Gefühlen am letzten Wochenende (31.1.-1.2.26) in Leverkusen zum ersten Mal wieder an die Startlinie. Aber die Zweifel stellten sich als unberechtigt heraus.

Das Alternativtraining hatte sich ausgezahlt. Schon am 1. Wettkampftag konnte sie über 800 m mit 2:44.85 min ihre eigenen Erwartungen übertreffen. Dass sie jedoch direkt am nächsten Tag eine persönliche Hallen-Bestzeit über 400 m in 72.69 sec präsentierte, war für Ulrike und ihren Trainer Walter Mayer dann doch eine freudige Überraschung.

Ermutigt von diesen Ergebnissen wagte Ulrike dann direkt eine Woche später am 7.2.26 einen Start bei den OWL-Hallenmeisterschaften in Bielefeld, um wieder in die Wettkampfroutine zurückzufinden und sich für die bevorstehenden LVN-Hallenmeisterschaften Masters am 21.2.2026 in Düsseldorf zu rüsten. Gemäß dem Motto „wer wagt, gewinnt“ konnte Ulrike ihre 800 m Zeit aus Leverkusen um 2,3 Sekunden verbessern und kam in 2:42.57 schmerzfrei ins Ziel. Das Knie hält, die Stimmung steigt und die Zuversicht wächst.

Ein drittes Mal in drei Jahren konnte Ulrike nun zeigen, dass eine mehrwöchige Verletzungsphase nicht unbedingt das Ende einer Sportlerlaufbahn sein muss. Beharrlichkeit, Frustationstoleranz, Fleiß und Zuversicht sind hilfreiche Tugenden, um sich immer wieder erfolgreich zurückzukämpfen.

Vor diesem Hintergrund möchte ich unserer Vereinsjugend die Kampagne „Das habe ich beim Sport gelernt“ vom Landessportbund NRW ins Bewusstsein rufen, dass Sport essenzielle Lebenskompetenzen wie Durchhaltevermögen, Disziplin, Teamgeist und Verantwortlichkeit vermittelt. Diese sozialen Fähigkeiten sind für den Alltag und Beruf wertvoll und machen auch unseren Sportverein zu einem wichtigen Bildungsort. Das ist heute wichtiger denn je.

Autor: Dr. med. Michael Fritz