Claudia Hombach holt Weltmeistertitel bei den World Transplant Games in Dresden

Vom 17. bis 24. August 2025 kamen 2.200 Teilnehmer aus 51 Ländern zu den Weltspielen der Organtransplantierten nach Dresden, um sich in 17 Sportarten zu messen. Die für die LG Mönchengladbach startende Leichtathletin Claudia Hombach aus Mönchengladbach nahm an den Spielen teil. Neben Leichtathletik wurden unter anderem auch Wettkämpfe im Schwimmen, Tennis, Bowling, Darts und Bogenschießen ausgetragen.

Die World Transplant Games finden seit 1978 alle zwei Jahre in unterschiedlichen Ländern statt und in diesem Jahr das erste Mal in Deutschland. Botschafter der Spiele in Dresden waren Tamara Schwab und Roland Kaiser. Als Schirmherrin der Games fungierte Elke Büdenbender, Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Wie auch Claudia Hombach sind alle drei organtransplantiert. Neben dem sportlichen Wettkampf ist es ein Ziel der World Transplant Games, auf das Thema Organspende und auf Sport als gesundheitserhaltene Maßnahme aufmerksam zu machen.

Großbritannien stellte mit 266 Teilnehmern das größte Athletenteam, gefolgt von Deutschland mit 187 Teilnehmern. Die USA folgte mit 110 Teilnehmern. Die Leichtathletik Wettbewerbe fanden im Heinz-Steyer-Stadium statt, das im letzten Jahr nach umfangreicher Modernisierung wiedereröffnet wurde. An gleicher Stelle fanden im Rahmen der Finals 2025 die Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten statt.

Am ersten Wettkampftag startete Hombach morgens mit dem Speerwurf-Wettbewerb. Weitere 13 Teilnehmer waren in ihrer Altersklasse gemeldet. Unter hervorragenden Bedingungen erzielte Hombach mit ihrem ersten Wurf bereits ihre persönliche Bestweite. Diese Weite konnte im Laufe des Wettkampfes von keiner Konkurrentin mehr überboten werden. Hierdurch sicherte sich Hombach den WM-Titel vor Gabriela Maria Borraro aus Argentinien und der amtierenden Weltrekordhalterin Emmerentia Le Roux aus Südafrika.

In der Abend-Session ging es für Hombach um 20:00 Uhr weiter mit dem Kugelstoßen, auch hier waren 14 Teilnehmerinnen gemeldet. Bei schöner abendlicher Kulisse ging es im kühlen Stadion am Ring an den Start. Hier konnte sich Hombach bis ins Finale der besten Acht kämpfen und lag nach den ersten drei Durchgängen an dritter Stelle. Jedoch konnte sie kräftemäßig gegen Ende des Wettkampfes nicht mehr mit der starken Konkurrenz mithalten, so dass sie im letzten Durchgang noch von zwei Mitwettbewerberinnen auf den fünften Platz verwiesen wurde.

Am zweiten Wettkampftag ging es wiederum mit 14 Teilnehmern mittags, bei kühlem und windigem Wetter zum Ballwurf. Hier hatte Hombach mit einer Platzierung im mittleren Teilnehmerfeld gerechnet, da ihr die Wettkampfstärke der Teilnehmerinnen aus früheren WTGs bekannt war. Am Ende fehlten ihr nur ein Meter für einen Platz auf dem Podium und schloss so mit einem guten 4. Platz ab.

Zum Ende der Spiele zog Claudia Hombach folgendes Resümee: „Ich konnte leider nicht alles abrufen wie geplant, aber in Anbetracht einer kurz vor den Spielen zugezogenen Verletzung und der damit einhergehenden Trainingspause, bin ich mit meinen Platzierungen mehr als zufrieden. Durch das Zusammentreffen und den Austausch mit so vielen Transplantierten, Lebendspendern und Spenderfamilien nimmt man so viel Positives mit. Neben den Wettbewerben steht für mich vor allem die Dankbarkeit an die Spender und Spenderfamilien im Vordergrund. Hier werde ich immer an meine Zwillingsschwester erinnert, welche mir nach langer Zeit auf der Warteliste und ohne Hoffnung rechtzeitig ein Spenderorgan zu erhalten, durch ihre Lebendspende das Leben gerettet hat.“

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation gaben im vergangenen Jahr 953 Menschen nach dem Tod ein Organ oder mehrere Organe für andere frei. Gleichzeitig standen Ende 2024 etwa 8.300 Menschen auf der Warteliste.